Seit Februar wird über die unzumutbare Schulbusverbindung aus dem Raum Teufenbach/Niederwölz zu den Bundesschulen in Judenburg berichtet. Betroffen sind vor allem junge Schülerinnen und Schüler der Unterstufe, für die lange Wartezeiten, mehrmaliges Umsteigen und komplizierte Heimfahrten nun auf der Tagesordnung stehen.
Mittlerweile beschäftigt diese Problematik auch den Landtag Steiermark. Im zuständigen Ausschuss bzw. in der gestrigen Sitzung des Landtages wurde das Thema behandelt. Die Landesregierung verweist bisher jedoch im Wesentlichen auf bestehende Bahn- und Busverbindungen sowie auf eine weitere Evaluierung.
Für den obersteirischen Nationalratsabgeordneten und SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi ist das zu wenig: „Seit Monaten ist bekannt, dass Schülerinnen und Schüler aus dem Raum Teufenbach und Niederwölz mehrere Stunden pro Tag für den Schulweg Richtung Judenburg in Kauf nehmen müssen. Für die Betroffenen und mich ist das eine nicht zufriedenstellende Situation.“
Auch die dritte Landtagspräsidentin Helga Ahrer hat die Problematik in der gestrigen Landtagssitzung thematisiert und erneut auf die schwierige Situation der betroffenen Familien hingewiesen. Für sie ist klar, dass die Zeit des bloßen Prüfens vorbei sein muss: „Jetzt war genug Zeit zum Evaluieren. Das Problem ist seit Monaten bekannt und wurde von Eltern, Schulen und politischen Vertreter:innen mehrfach aufgezeigt. Die betroffenen Familien erwarten sich nun keine weiteren Vertröstungen, sondern konkrete Verbesserungen. Die Landesregierung kann sich nicht weiter hinter Prüfungen verstecken — sie muss endlich handeln.
Moitzi hat deshalb ein eigenes Konzept für rasche und pragmatische Anpassungen der betroffenen Linie 870 ausgearbeitet und dieses an die zuständige Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ) übermittelt. Das Konzept sieht unter anderem Verbesserungen in der Frühverbindung sowie nach der 6. und 8. Unterrichtsstunde vor. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden Teufenbach, Niederwölz und Scheifling besser an die Schulstandorte in Judenburg aber auch in Fohnsdorf und Zeltweg anbinden.
„Das Entscheidende ist: Diese Verbesserungen wären kein theoretisches Großprojekt, sondern mit dem bestehenden Busangebot möglich. Es braucht keinen zusätzlichen Bus und keinen zusätzlichen Fahrer, sondern eine Anpassung des Dienst- und Umlaufplanes der bestehenden Linie 870“, betont Moitzi. Laut Konzept könnten die Änderungen bereits zu Schulbeginn im Herbst umgesetzt werden, wenn der politische Wille vorhanden ist.
Für Moitzi und Ahrer ist aber auch klar, dass die betroffenen Gemeinden für notwendige Korrekturen nicht zusätzlich belastet werden: „Im Zuge des Fahrplanwechsels im Dezember 2025 wurden auf der Linie 870 bereits zahlreiche Kilometer täglich eingespart. Die Folgen dieser Einsparungen tragen nun vor allem die Schülerinnen und Schüler. Dass gerade beim Schulverkehr im ländlichen Raum gekürzt wird, ist der falsche Zugang. Eine echte Stärkung des ländlichen Raumes sieht für uns anders aus.“
Abschließend hält Moitzi fest: „Die Landesregierung kennt das Problem, die Eltern und Schulen haben ihre Anliegen mehrfach dargelegt, und ein konkreter Lösungsvorschlag liegt nun am Tisch. Jetzt ist Landesrätin Holzer am Zug. Es braucht keine weiteren Ausreden mehr, es braucht endlich eine Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler.“